Lendenwirbelsäule

 

Hier handelt es sich um die Behandlung von Verengungen des Wirbelkanals und der Foramina, sei es durch Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenose oder gutartige Zysten und Geschwülste. 

Das bekannteste Krankheitsbild ist der lumbale Bandscheibenvorfall, auch Discus-prolaps oder Discushernie genannt. Dieser tritt am häufigsten zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel auf ("L 4/5" - 55 %) gefolgt vom untersten Segment, zwischen dem fünften Lendenwirbel und dem Kreuzbein ("L 5/S 1" - gut 35 %), dem Segment darüber (L 3/4 - 5 %) und den restlichen 5 % in den übrigen Lumbalsegmenten. Der Krankheitsbeginn kann plötzlich oder schleichend sein, und die Symp-tome können alle zugleich oder nacheinander auftreten, einzelne können fehlen: heftiger Rückenschmerz, ausstrahlende Schmerzen zumeist nur in ein Bein, Taubheitsgefühl und Lähmung einzelner Muskelgruppen. Im Extremfall kann ein Kontrollverlust von Blase und/oder Mastdarm, sowie ein Verlust der sexuellen Empfindung auftreten. 

Das Prinzip der Dekompression ist an der Lendenwirbelsäule stets gleich: von einem längs verlaufenden Hautschnitt in der Mitte aus werden auf einer Seite der Dornfortsatzreihe die Wirbelbögen freigelegt. Dann wird mit einer Fräse eine Öffnung im Knochen geschaffen und eventuell komprimierende Gewebsanteile werden entfernt. Bestehen keine oder nur wenig degenerative Veränderungen, was bei jüngeren (d.h. unter 50-jährigen) Patienten mit Bandscheibenvorfällen die Regel ist, werden das gelbe band und das Fettgewebe so weit es geht erhalten. Vorgefallenes Bandscheibengewebe wird entfernt, und wenn der Bandscheibenraum offen steht, weil das hintere Längsband  aufgerissen ist, wird alles degenerierte, lockere Bandscheibengewebe aus dem Zwischenwirbelraum entfernt. 


Bandscheibensequester (hell), rechts daneben die Nervenwurzel
Abbildung: Bandscheibensequester (hell), rechts daneben die Nervenwurzel
 

Bei Spinalkanalstenosen wird der Zugang so gewählt, dass der Operateur unter den Dornfortsätzen hindurch die Gegenseite freilegen kann ohne dass die Wirbelbögen dort von hinten her freigelegt werden müssen. 

Schemazeichnung eines verengten Wirbelkanals
Abbildung: Schemazeichnung eines verengten Wirbelkanals
Nach dekomprimierender Operation: die zuvor komprimierte Kauda hat sich wieder entfaltet.
Abbildung: Nach dekomprimierender Operation: die zuvor komprimierte Kauda hat sich wieder entfaltet.

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